Ukrainischer Borschtsch nach dem Rezept meiner Babuschka ♥ der Suppentipp für den Herbst

Ukrainischer Borschtsch

Ukrainischer Borschtsch

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen fallen, oft werden wir jetzt in Nebel gehüllt oder müssen uns durch Regen und Wind kämpfen. Dies ist die Zeit des Jahres in der wir wieder Lust auf leckere Speisen haben, die uns ein Gefühl von Wärme und Wohlbehagen geben. Zu diesen Speisen gehören jetzt vorrangig Suppen, die aus den wunderbarsten Zutaten, die der Herbst  zu bieten hat, zubereitet werden können.

Wir Ihr wisst habe ich dem Thema Suppe ein Jahr lang freitags mit dem Frei-Suppen-Tag große Aufmerksamkeit gewidmet. Diese Themenreihe begann mit der Suppe N° 1 Latte Macciato vom Hokkaido-Kürbis und endete mit meiner aller-allerliebsten Suppe der N° 50 Ukrainischer Borschtsch – украинский борщ  nach dem Rezept meiner Babuschka. Diese meine Lieblingssuppe ist es auch, die mich dazu veranlasst, Euch noch einmal auf die vielen Suppen, die Ihr oben in meinem Rezeptregister finden könnt, aufmerksam zu machen; denn die liebe Gabi vom Kochfokus hat zu einem Event eingeladen. Bei diesem Event bittet Gabi die Gäste, Ihre Lieblingssuppe mitzubringen und das ist bei mir, seit meiner Kindheit, ukrainischer Borschtsch. Eine Suppe, die vor guten, würzigen Zutaten nur so strotzt und jetzt im Herbst, wo es den neuen Kohl, Rote Bete, Möhren, Zwiebeln, Knoblauch und . . .  gibt, am besten schmeckt.

Wer also sich und seinen Lieben einmal einen authentischen, ukrainischen Borschtsch – украинский борщ bereiten möchte, dem sei dieses Rezept  meiner Babuschka Maria, wärmstens ans Herz gelegt. Wie viele Gerichte der russischen/ukrainischen Küche ist auch dieses etwas aufwendiger, aber da der Borschtsch mit jedem Aufwärmen nur noch besser wird und zudem auch noch prima eingefroren werden kann, lohnt sich die Mehrarbeit auf jeden Fall ♥

Tipp: Vegetarier kochen den Borschtsch einfach auf Gemüsebrühe.

Beilagen zum Borschtsch

Beilagen zum Borschtsch

So geht‘ s:

Zutaten für die Brühe:                 Zeitaufwand: Brühe ca. 1 Std. + 1 Std. Borschtsch-Zubereitung

  • 500 g Suppenfleisch vom Rind, z.B. Tafelspitz (mager)
  • 1 große Zwiebel
  • 1 Möhre
  • 1 Stück Knollen-Sellerie
  • einige Stängel glatte Petersilie
  • 2 Lorbeerblätter
  • ½ EL Salz
  • 3 – 4 Körner Piment
  • 5 – 6 Pfefferkörner
  • 3 Wacholderbeeren
  • 2 Nelken

Zubereitung (Das Rindfleisch möglichst am Vortag kochen.):

  • Die Zwiebel schälen und vierteln.
  • Die Möhre und den Sellerie putzen und grob würfeln.
  • Die Petersilie abspülen.
  • Das Rindfleisch unter fließendem Wasser abspülen, dann in einen großen Topf geben und so viel kaltes Wasser einfüllen bis das Fleisch bedeckt ist. Das Wasser zum Kochen bringen und den dabei entstehenden Schaum abschöpfen.
  • Zwiebel,Möhre, Sellerie, Pfefferkörner,Nelken, Piment,Wacholderbeeren, ½ EL Salz und Lorbeerblätter zum Fleisch geben, aufkochen und sofort die Hitze reduzieren. Mit leicht geöffnetem Deckel ca. eine Stunde leise köcheln lassen bis das Fleisch weich ist, jedoch nicht zerfällt.
  • Das Fleisch aus der Brühe heben, in mundgerechte Würfel schneiden und abgedeckt beiseite stellen.
  • Die Brühe durch ein Sieb gießen, in einem Topf auffangen und vollständig (im Kühlschrank) erkalten lassen. Die erstarrte Fettschicht abnehmen.

Zutaten für ca. 5 l Borschtsch:

  • 2 l Rinder-Brühe oder Gemüsebrühe für die vegetarische Variante
  • 500 g Rote Bete, vorgekocht und vakuumiert oder frisch
  • 500 g Weißkohl
  • 500 g Tomaten
  • 400 g Möhren
  • 1 Petersilienwurzel
  • 1 Pastinake
  • 200 g Knollen-Sellerie
  • 500 g rote Paprika oder auch gemischt
  • 1 Chilischote
  • 4 mittelgroße Kartoffeln, festkochend
  • 2 rote Zwiebeln
  • 3 Knoblauchzehen
  • frischer Dill und/oder Petersilie
  • 2 – 3 EL Sonnenblumenöl
  • 5 – 6 EL Aceto balsamico
  • 1 Becher Crème fraîche oder Schmand

Zubereitung:

  1. Die Stielansätze aus den Tomaten entfernen, kreuzförmig einschneiden und für ca. 15 Sekunden in kochendes Wasser legen. Mit kaltem Wasser abschrecken und die Haut abziehen. Die Tomaten quer halbieren und mit Hilfe eines kleinen Löffels die Kerne herausschaben. Dann die Hälften grob hacken und beiseite stellen.
  2. Von den Zwiebeln und den Knoblauchzehen die Haut abziehen und fein würfeln.
  3. Sellerie, Möhren, Pastinake und Petersilienwurzel putzen und in feine mundgerechte Stifte (Julienne) schneiden.
  4. Einen großen Topf (5 l) mit der vorgekochten Brühe auf den Herd stellen und erwärmen.
  5. Die vakuumierte Rote Bete aus der Packung nehmen (Saft zur Brühe geben) und ebenfalls in Streifen schneiden. Tipp: Einmalhandschuhe beim Schneiden der Roten Bete anziehen. Die rote Farbe färbt „echt“.
  6. Die Kartoffeln schälen, in kleine Würfel schneiden, dann in einen kleinen Topf geben und in  gesalzenem Wasser gar kochen.
  7. Die Paprika- und Chilischoten waschen, abtrocknen, von den Stängeln befreien, halbieren, die Scheidewände und Kerne herausnehmen; dann in kleine Streifen schneiden.
  8. Vom Weißkohl die äußeren Hüllblätter entfernen, halbieren, den Strunk entfernen und den Kohl in  löffelgerechte feine Streifen schneiden oder hobeln.
  9. In einer Pfanne etwas Öl erhitzen, die Zwiebel- und Knoblauchwürfel darin glasig werden lassen und zur Brühe geben. Dann nacheinander, in kleinen Portionen, das Wurzelgemüse, die Rote Bete, die Paprika und Tomaten in der Pfanne jeweils mit wenig Öl leicht anrösten und zur Brühe geben.
  10. Sobald das ganze vorbereitete Gemüse in der Brühe ist, Aceto balsamico zufügen, umrühren, aufkochen und mit leicht angehobenem Deckel ca. 20 Minuten köcheln lassen.
  11. Dann den Kohl dazu geben, aufkochen und weitere 15 Minuten bei geringer Temperatur kochen. Fleisch und Kartoffelwürfel unterrühren und abschmecken.
  12. Für mich sollte der Borschtsch einen kräftig würzigen, leicht säuerlichen Charakter haben.
  13. Kurz vor dem Servieren Dill und/oder Petersilie waschen, trocken schütteln, hacken und großzügig über die Suppe streuen.

Die Suppe in Teller oder Schalen füllen und je einen Tuff Crème fraîche auf den Borschtsch setzen. Dazu reiche ich, wie es in der Ukraine zu jedem Gang üblich ist – Brot. Heute ist es ein selbstgebackenes Dill-Käse-Brot.

Guten Appetit – приятного аппетита!

Eure – ваша

Birgit

Ukrainischer BorschtschBorschtsch

Ukrainischer Borschtsch

Dill-Käsebrot als Beilage zum Borschtsch

Dill-Käsebrot als Beilage zum Borschtsch

 

 

 

kochfokus.de Blogevent "Meine Lieblingssuppe"
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4 comments

  • Gabi Altpeter

    Hallo liebe Birgit!
    Wie schön, dass Du diese köstliche Suppe zu meinem Blogevent mitbringst. Es ist so kostbar, wenn wir mit einer Suppe nicht nur ein Rezept, sondern eine uns lieb gewordene Person in Verbindung bringen. Ich danke Dir sehr herzlich, dass Du diesen wunderbaren Familienschatz, den Deine Babuschka Dir beigebracht hat, mit uns allen teilst. LG Gabi

    • Birgit D

      Liebe Gabi,
      ja, manchmal ist es auch eine Suppe, die uns liebe Menschen in Erinnerung bringt . . .
      Ich wünsche Dir weiterhin viel Freude an Deinem Event ♥ Birgit

  • Maria

    Danke für das tolle Rezept 🙂 Bin immer auf der Suche nach solchen, weil ich es toll finde über den Tellerrand zu gucken und mich mal an verschiedenen landestypischen Rezepten zu versuchen. Ganz liebe Grüße aus Meran 🙂

    • Birgit D

      . . . schreibt jemand aus einer Gegend, die für die herrlichsten Köstlichkeiten bekannt ist ♥ Liebe Maria, mir geht es wie Dir. Ich schaue mich auch gern in den Küchen der Welt um und habe so von meinen Reisen viele Rezepte mitgebracht. Ich wünsche Dir viel Freude bei der Zubereitung des Borschtschs. Vielleicht erzählst Du später einmal, wie er Dir geschmeckt hat?! Liebe Grüße und einen schönen Sonntag ♥ Birgit

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