Weizenmischbrot (no-knead) – mit deutschen & amerikanischen Maßangaben

Weizenmischbrot mit Roggen, no-knead

Weizenmischbrot mit Roggen, no-knead

In der letzten Woche hatte ich Euch schon angekündigt, dass ich in der kommenden Zeit mehr Brotrezepte einstellen möchte. Diese Rezepte versehe ich jeweils mit amerikanischen Maßangaben, um meinen Sohn, der sich zur Zeit in den USA aufhält, beim Backen zu unterstützen.

Die Ciabattas hat mein Sohn inzwischen schon zweimal gebacken. Beim ersten Mal benutzte er das All-Purpose-Flour (APF), das entspricht unserem Weizenmehl Type 405. Die gebackenen Brote begeisterten ihn sehr. Doch beim zweiten Mal verwendete er das Breadflour, das unserem Weizenmehl Type 550 entspricht und meinte, dass das Ergebnis noch viel, viel besser gewesen sei. 🙂 Das kann ich verstehen, denn das AFP bzw. Type 405 ist eigentlich ein Konditormehl und sollte nicht für Brotteige verwendet werden. Je höher die Type umso höher der Mineralstoffgehalt im Mehl. Bei Type 550: 550 mg Mineralstoffe auf 100 g Mehl.

Heute möchte ich Euch ein äußerst leckeres Weizenmischbrot vorstellen, das ebenso wie das Ciabatta mit einem No-knead-Teig angesetzt wird. Diese Art der Teigherstellung verlangt nur wenig Equipment: Schüssel, Geschirrtuch, die eigenen Hände und – Zeit; denn der Teig braucht insgesamt 24 Stunde um zu reifen. In dieser Zeit muss er nur zwei- bis dreimal gefaltet werden und das erfordert nicht mehr als jeweils zwei bis drei Minuten. Das Resultat ist dann ein wunderbar würziges Weizenmischbrot mit einer herrlich lockeren Krume, das sich lange frisch hält.

Bevor Ihr jedoch mit dem Backen beginnt, solltet Ihr Euch  in Eurem Topfschrank nach einem ofenfesten Topf mit Deckel umsehen. Das kann z.B. ein Topf aus Gusseisen sein.

Ich selbst benutze einen uralten emaillierten Zwei-Liter-Topf, den ich eigentlich nur zur Zierde (Shabby style) im Wintergarten stehen hatte. Dieser Topf ist bei mir zu neuen Ehren gekommen, da er zum Brotbacken ideal ist 🙂

Sobald Ihr sicher gestellt habt, dass ein Topf vorhanden ist, kann es mit dem Brotbacken beginnen.

Viel Spaß dabei!

Eure

Weizenmischbrot mit Roggen, no-knead
Weizenmischbrot (no-knead) - Rezept mit deutschen & amerikanischen Angaben
Gericht: Brot
Länder & Regionen: Germany, Schleswig-Holstein
Portionen: 1 Brot, ca. 1 kg
Autor: Birgit D
Zutaten
  • 465 g Weizenmehl, Type 550 / 16 oz breadflour
  • 115 g Roggenmehl, Type 1150 / 4,1 oz medium rye flour
  • 390 g Wasser / 14 oz
  • 12 g Salz / 0,4 oz
  • 0,5 g frische Hefe / 1/2 TL Trockenhefe // 0,02 oz / 1/2 teaspoon
  • 15 g Essig / 0,5 oz
  • 1/2 TL gemahlener Fenchel (optional) / 1/2 teaspoon
Anleitungen
  1. Das Wasser mit dem Salz, dem Fenchel (optional) und dem Essig verrühren.

    Wird frische Hefe benutzt, dann vor dem Mischen ca. 40 ml Wasser von der Gesamtmenge abnehmen!

    Frische Hefe abwiegen oder zu einem Kügelchen von ca. 0,9 cm ∅ (0,35 in) formen (das entspricht ca. 0,5 g Hefe) Die Hefe im beiseitegestellten Wasser auflösen.

  2. Das Mehl und die Trockenhefe / aufgelöste Hefe dazugeben und alle Zutaten per Hand oder mit einem Holzlöffel vermischen.
  3. Die Schüssel abdecken und 24 Stunden bei Raumtemperatur stehen lassen.

     

    Ansatz für Weizenmischbrotteig nach 8 Std. Reife
  4. Dabei ca. alle 8 Stunden (oder auch öfter) dehnen und falten.

     

    Teig dehnen und falten
  5.  

  6. Nach 24 Stunden den Teig vorsichtig auf eine stark bemehlte Arbeitsplatte gleiten lassen

     

  7. Einen Gärkorb bereitstellen oder eine größere Schüssel (Teigschüssel ?!) mit  einem bemehlten Geschirrtuch auslegen.

  8. Den Teig nun wieder rundherum falten. Dazu diesen jeweils von einer Seite aus mit den Fingern zur Mitte ziehen und dort andrücken. (Eventuell mit den Fingern der anderen Hand fixieren.)

     

    Weizenmischbrotteig zur Mitte falten
  9. Solange falten ( ca. 5 - 6 x) bis der Teigling rundherum eingeschlagen und fest gestrafft ist.

    Dann umdrehen, sodass die glatte Seite nach oben zeigt.

     

  10. Die Teigkugel seitlich mit den Händen umfassen und dabei die Teighaut nach unten, unter die Kugel raffen, damit die Teigoberfläche gespannt ist.

     

    Weizenmischbrotteig rundherum zur Mitte gefaltet und umgedreht
  11. Den Teigling in den Gärkorb oder die Schüssel legen und 1 Stunde bei Raumtemperatur reifen lassen.

     

    Weizenmischbrotteigling zum Reifen in der Schüssel mit dem bemehlten Tuch
  12. Den Backofen mit dem Deckeltopf auf 250°C / 482°F O.-/U.-hitze vorheizen.

  13. Backpapier auf der Arbeitsfläche bereitlegen. Den Teig aus der Schüssel oder dem Gärkorb auf das Papier gleiten lassen. (Die Unterseite liegt jetzt oben,)

  14. Den heißen Topf aus dem Ofen nehmen, den Deckel abnehmen und den Teigling mithilfe des Backpapiers in den Topf heben. In die Oberfläche ein Muster einschneiden. Mit dem Deckel abdecken und sofort in den Backofen stellen.

    (Der Teig kann auch ohne Backpapier in den Topf gegeben werden. Habe ich jedoch noch nicht ausprobiert!)

     

  15. Die Backtemperatur sofort auf 230°C /  446°F vermindern und das Brot innerhalb von 45 Minuten fertigbacken.

    Tipp: Soll das Brot eine besonders starke Kruste bekommen, dann muss der Deckel etwa 10 Minuten vor Backende abgenommen werden. Danach sollte das Brot jedoch unter Beobachtung weitergebacken werden, damit es nicht zu dunkel wird. Im Notfall den Deckel wieder auflegen.

  16. Sobald das Brot fertig gebacken ist, dieses sofort aus dem Topf nehmen und auf einem Backgitter abkühlen lassen.

Gebackenes Weizenmischbrot im Topf

Gebackenes Weizenmischbrot im Topf

Weizenmischbrot auf dem Backgitter zum Abkühlen

Weizenmischbrot auf dem Backgitter zum Abkühlen

Weizenmischbrot, aufgeschnitten

Weizenmischbrot, aufgeschnitten

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4 Kommentare

  • Thomas

    Heissa, das Brot klappt ja wunderbar! Nachdem ich am letzten Wochenende mit Ihrem Sohn gesprochen habe und es dort probierte, habe ich dieses Wochende erst die normale Menge gemacht und nun die Doppelte. Diese musste ungefähr 30 min länger backen.
    Ich würde gerne wissen, ob das Rezept aich mit mehr Roggenmehl gemacht werden kann. Einfach Eins zu Eins Weizen mit Roggen austauschen wird wohl nicht gehen, oder?

    viele Grüße
    T.

    • Birgit D

      Super – Konstantins Brot muss wohl geschmeckt haben . . .
      Es ist in diesem Rezept durchaus möglich, mehr Roggenmehl zu verwenden. Allerdings sollte der Anteil des Roggenmehls an der gesamten Mehlmenge nicht mehr als 25% betragen. Bei einem größeren Anteil, könnte die Krume zu feucht und klebrig werden. Teige mit einem höheren Roggenmehlanteil müssen mit Sauerteig angesetzt werden, damit der Roggen backfähig wird.
      Ich habe Konstantin versprochen, am nächsten Wochenende die Anleitung zur Herstellung von Sauerteig zu posten. Interesse? Dann bis zum Wochenende 🙂
      Liebe Grüße
      Birgit

  • Thomas

    Aha, gut zu wissen, dass dann ein Sauerteig notwendig ist.
    Gerne werde ich auch das Vollkornbrot machen – habe es gerade entdeckt.
    Bei der Hefe fiel mir auf, dass Sie einen halben Teeloeffel angaben – wieviel Gramm sind das denn? Ich bin mir naemlich nicht sicher, ob die dt. Teeloeffel eine andere Groesse haben als hier in den USA.
    Haben Sie Interesse and einem Vollkornbrot mit Weizen- und Roggenschrot und Zuckerruebensirup? Meine Mutter hat dieses einmal entdeckt und ist das Einzige das ich bisher hier gemacht habe. Das Brot muss auch nicht geknetet werden sondern wird einfach als Pampe in den Ofen gesteckt. Es ist gut und schwer hat aber viel Hefe, um den Teig in der kurzen Zeit zu heben.

    viele Grüße
    T.

    • Birgit D

      Moin Thomas,
      Du hast also auch eine Mutter, die Dir mit kulinarischen Rezepten unter die Arme greift 😉 Danke für das Rezeptangebot, doch ich habe mich entschieden nur noch mit Kleinstmengen von Hefe zu backen. Will jetzt nach und nach meine alten Rezepte umbauen.
      Du kannst gern ein amerikanische Teelöffelmaß nehmen. Ich benutze selbst eines. Es ist mit dem deutschen Maß identisch.
      Liebe Grüße

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