Laugen-Bagels mit Bärlauch, Körnern & viel Geschmack

Laugen-Bagels mit Bärlauch, Körnern & viel Geschmack

Laugen-Bagels

Laugen-Bagels

Wenn ich backe – dann verwandele ich meine Küche am liebsten in eine Brot-Backstube. Das soll nicht heißen, dass ich ungern Kuchen backen würde, doch mag ich persönlich lieber Herzhaftes. Backe ich Süßes, muss es für mich immer im vernünftigen Rahmen bleiben – Kuchen und Torten mit viel Chichi sind nicht mein Ding…

So war ich dann also am Sonntag ganz in meinem Element.  Zorra und Sandra hatten wieder zum „Synchronbacken“ eingeladen. Mittlerweile schon das 10. Event dieser Art, bei dem jeder, der Spaß am Backen hat, teilnehmen kann. Zur gleichen Zeit, nur verbunden über die Social Medias, nach einem vorgegebenen Rezept backen und über den Fortgang berichten – yeah – das bringt viel Spaß! Man kann Fragen stellen, diskutieren und lernt sich, zumindest „internetal“, untereinander kennen.

Unsere 10. Back-Aufgabe: Bagels.  Jeder kann nach eigenen Vorstellungen, das Rezept abändern – doch am Ende sollten es Bagels sein.

Wahrscheinlich wäre ich nie auf die Idee gekommen, diese Brotkringel zu backen. Doch nun bin ich auf den Geschmack gekommen. Ich habe die Bagels mit Bärlauch verfeinert, dann in Lauge gebadet und – mmmmmh – das war eine gute Idee – die sind wirklich so, so lecker 🙂

Und so geht‘ s:

Laugen-Bagels mit Bärlauch, Körnern & viel Geschmack
Im nachstehenden Rezept wird für den Hefeansatz Kartoffelwasser benötigt. Da ich zu Anfang nicht die ganze Anleitung (ja, Sohn, ich predige Dir schon seit der Grundschule etwas Anderes...) durchgelesen habe und in meiner Vorstellung, Kartoffeln Bestandteil des Brotteigs werden sollten, habe ich es rezeptgetreu ausgeführt. Doch warum Kartoffelwasser? Wegen des Stärkeanteils im Kochwasser? Wenn ja, dann kann man genauso gut, meinen, nicht so aufwändigen, Hefeansatz benutzen. Gleiche Menge warmes (ca. 30°C) Wasser - frische Hefe oder Hefegranulat hineingeben - etwas Mehl darüberstreuen - verrühren und dann weiter nach Rezept verfahren. - Mit Sternchen* sind alle Rezeptpunkte versehen, die ich verändert habe. - Sämtliche Zutaten sollten Raumtemperatur habe. -
Portionen: 10 Bagels
Zutaten
  • 200 g Kartoffeln geschält und gewürfelt
  • 250 ml Kartoffel-Kochwasser
  • 20 g frische Hefe 7 g Trockenhefe
  • 30 ml Sonnenblumenöl oder nach Wunsch
  • 1 Ei, Gr. L * 2 Eier
  • ca. 650 g Mehl hier: Type 550
  • ¾ EL Salz
  • 2 EL Back-Natron* 1 Ei, Gr. M, aufgeschlagen u. verrührt
  • 12 Bärlauchblätter
  • Schwarzkümmel, Sesam, Sonnenblumen- u. Kürbiskerne* Sesam-u./oder Mohnsamen zum Bestreuen
Anleitungen
  1. Ungefähr 350ml Wasser in einem Topf zum Kochen bringen und die Kartoffelwürfel in ca. 10 Min. darin gar kochen. Abgießen und dabei das Wasser auffangen.
  2. Vom Kartoffelwasser 250ml abmessen und auf unter 40°C abkühlen lassen.
  3. Frische Hefe (oder Trockenhefe) ins abgekühlte Wasser geben, umrühren und warten bis sich Bläschen bilden.
  4. Die Hälfte des Mehls in eine Rührschüssel geben, in der Mitte einen Krater frei schieben, die Hefelösung hineingeben, Salz, das Ei und Öl auf dem Rand verteilen und per Hand oder mit den Knethaken der Küchenmaschine verrühren, bis eine Bindung entstanden ist.
  5. Nach und nach das restliche Mehl zufügen bis sich ein weicher Teigkloß formt. Diesen mit etwas Mehl bestäubt, abgedeckt an einem warmen Ort gehen lassen bis er sich verdoppelt hat. Das kann bis zu einer Stunde dauern.
  6. Den Teig aus der Schüssel nehmen, abwiegen und auf eine leicht bemehlte Fläche geben. Mein Teig wiegt gut 1000g.

     

  7. Den Teig zu einer Rolle formen und in 10 Stücke à 100g teilen (oder Menge nach Wunsch).

     

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  11. Die Teigstücke zu Kugeln formen (Wer mag, arbeitet jetzt den gehackten Bärlauch ein.), etwas flach drücken, mit Hilfe eines Holzlöffelstiels in die Mitte ein Loch bohren und durch schnelles Drehen auf den gewünschten Durchmesser erweitern. Meine geformten Bagels haben außen einen Durchmesser von ca. 10cm und innen von 3cm.

     

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  14. Die Bagels abgedeckt ca. 15 Minuten ruhen lassen. In der Zwischenzeit 1 l Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen. Den Backofen auf 180°C Umluft oder 200°C O.-/U.-hitze vorheizen und ein Backblech mit Backtrennpapier belegen.

     

  15. Die Temperatur des Herdes soweit vermindern bis das Wasser nur noch siedet. Das Natron in das Wasser geben. Vorsicht - es schäumt etwas! Wer "normale" Bagels backen möchte, lässt das Natron weg.
  16. 2 - 3 Bagels (je nach Größe des Topfs - sie sollten sich nicht berühren) mit Hilfe einer Schaumkelle vorsichtig in die Lauge bzw. das Wasser gleiten lassen und von jeder Seite ca. 1 Minute ziehen lassen. Danach herausheben, abtropfen lassen und mit ca. 3 cm Abstand auf das Backblech legen.

     

  17. Laugen-Bagels mit den gewünschten Körnern bestreuen und nach Wunsch noch etwas Käse darüber hobeln. Normale Bagels mit dem verquirlten Ei bestreichen und mit den gewünschten Körner bestreuen.

     

  18. Die Bagels im Ofen in ca. 20 Minuten goldbraun backen, aus dem Ofen nehmen und auf einem Gitter abkühlen lassen.

     

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  21. Sehen sie nicht lecker aus?! Mit Frischkäse bestrichen, belegt mit Salatblättern, Avocadoscheibchen und hauchdünn geschnittenem Räucherlachs - mmmmh - ein Genuss 🙂

     

Da hat mich mein Gefühl doch nicht getrogen 🙂 In der Vergangenheit habe ich mich oft beim Anblick von Bagels gefragt, ob sie wohl mit den russischen Bubliki (бублики) verwandt wären, die ähnlich aussehen?! An diesem Wochenende hatte ich nun den Anlass dies zu klären. Und wirklich – Wikipedia sei dank – weiß ich es jetzt ganz genau – die Bagels haben u.a. ihren Ursprung in Rußland bzw. Ukraine und Polen. Wie viele andere Speisen, so haben auch hier Einwanderer, vor allem aus Ost-Europa, diese gebackenen Kringel mit nach Amerika gebracht. Aus den jiddischen beygel/baygel wurden die amerikanischen Bagels. Das Loch in den Bagels/Bubliki hatte übrigens ursprünglich, in erster Linie, einen praktischen Grund. Die gebackenen Kringel wurden auf ein Band gefädelt und zum Transport bzw. Staßenverkauf um den Hals getragen. (Was wohl unsere Lebensmittelkontrolleure dazu sagen würden..) Kleine Bubliki, mit einem Durchmesser von ca. 5 cm, kenne ich übrigens auch getrocknet wie etwa Salzstangen. Sie werden in der Ukraine gern zum Tee gereicht. Die Inspiration zu diesem Bagel-Rezept erhielten Zorra und Sandra durch die Egg-Bagels auf dem Blog von William Sonoma. Wer sich interessiert, kann dort das Rezept in der amerikanischen Originalfassung lesen. Außerdem findet Ihr nachfolgend die Rezepte aller im Synchronback-Team:

Liebe Synchronbäckerinnen und -bäcker, sollte ich jemand in der Liste vergessen haben, dann einfach melden  🙂  

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24 comments

  • Caro

    Ja herrlich sehen diese Süßen aus 🙂
    Ich hatte auch ganz kurz überlegt sie zu Laugen ♥
    Das werde ich wohl ganz bald nachholen, so lecker wie das aussieht!

    LG Caro

    • Birgit D

      Ich muss wohl in einem früheren Leben Bajuware gewesen sein 😉 Ich liebe Laugengebäck und diese Variation mit Bärlauch, habe ich nicht zum letzten Mal gebacken…
      Liebe Grüße Birgit

      • Caro

        Ich komm ja glücklicherweise aus Franken und bin mit Laugengebäck aufgewachsen ♥ Ich lieeeebe es!! Aber man bekommt kaum gescheites, da bleibt sowieso nur selber backen 🙂
        LG Caro

        • Birgit D

          Ich war einmal zu einer Fortbildung in Nürnberg. Habe mich fast ausschließlich von frischem Laugengebäck ernährt…
          ♥ Birgit

  • Bernadette

    Manno, sehen die mit Bärlauch gut aus! Muss ich gleich nachbacken, wenn ich jemals wieder mal frischen Bärlauch bekomme! (Hier in Schweden gibt’s ned leider nicht so richtig)

    • Birgit D

      Vielen Dank, liebe Bernadette,
      ersetz doch einfach den Bärlauch durch andere aromatische Kräuter, wie z.B. Rosmarin oder Thymian. Möchtest Du Knoblauchgeschmack, dann nimm einfach eine Knoblauchzehe. Diese ganz fein würfeln und unter den Teig kneten et c’est tout 🙂
      Liebe Grüße Birgit

  • Sandra Gu

    Wirklich schöne Bagels sind es geworden! Und Bärlauch dazu ist eine tolle Idee 🙂
    Bei mir haben auch einige Bagels ein Laugenbad bekommen, passt wirklich sehr gut.

    Schön, dass Du wieder dabei warst!

    • Birgit D

      Vielen Dank, liebe Sandra,
      ja, als ausgesprochener Laugengebäck-Fan musste ich einfach Natron ins Bagel-Badewasser geben…
      Liebe Grüße

  • zorra

    Die Stärke ist gut für den Teig, weil sich die irgendwie umwandelt. Im Chemieunterricht habe ich leider nicht gut aufgepasst. 😉 Schön, dass du wieder mitgebacken hast. Sehr schön sind sie geworden deine Bagels.

    • Birgit D

      Vielen Dank, liebe Zorra,
      es hat wieder viel Spaß gemacht 🙂 Ich freue mich schon auf das 11. #Synchronbacken. Bin gespannt, womit Sandra und Du uns überraschen werdet!
      Liebe Grüße

    • Birgit D

      …und sieht nicht nur so aus. Das Bärlaucharoma und der -geschmack kamen gut durch. Die werde ich definitiv wieder backen. Toll, dass Zorra und Sandra dies Bagel-Rezept ausgesucht haben. Bin gespannt, womit sie uns beim nächsten Mal überraschen.
      Liebe Grüße Birgit 🙂

  • Ingrid Auchwas

    Fein sehen sie aus und die Größe ist auch schön. Ein super Idee mit dem Laugen, das werde ich auch mal machen müssen. Danke für die Idee.
    Noch einen schönen Tag und liebe Grüße
    Ingrid

    • Birgit D

      Liebe Ingrid,
      ich liebe Laugengebäck und diese Bagel sind geschmacklich wirklich sehr, sehr lecker. Der Bärlauch muss nicht unbedingt sein, aber solange er noch Saison hat und noch genügend in meinem Garten vorhanden ist, darf er überall dort hinein, wo er passt 🙂
      Liebe Grüße und viel Spaß beim Backen Birgit

    • Birgit D

      Vielen Dank, liebe Ina,
      schade, dass die Bärlauch-Saison nun langsam zu Ende geht, doch z.B. mit Rosmarin oder Thymian kann ich mir diese Laugen-Bagels auch sehr lecker vorstellen.
      Liebe Grüße Birgit

    • Birgit D

      Ja, die waren wirklich sooo lecker! Welch ein Glück, dass ich das Rezept aufgeschrieben habe 😉
      Liebe Grüße ♥ Birgit

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